Interkulturelles Training

Hauptwege und Nebenwege, Paul Klee, Museum Ludwig Köln

Interkulturelle Trainings werden in Zeiten weltweiter Vernetzung im Privat- und Wirtschaftsraum immer wichtiger. Gelegentlich bestehen sie in der Information über fremdländische Bräuche und Sitten: In Japan werden stets unter Verbeugung Visitenkarten mit beiden Händen übergeben. Das ist für einen authentischen Austausch zwischen den Kulturen entschieden zu wenig. Unterschiedliche Wahrnehmungen der Wirklichkeit reichen tiefer und können über den gemeinsamen Umgang mit Kunstwerken erarbeitet und miteinander abgeglichen werden.   
  
CAU Workshop mit chinesischen und nigerianischen Studierenden  
Im Rahmen eines Austauschprogramms von Hochschulen wurden Gruppensitzungen mit ostasiatischen und afrikanischen Studierenden durchgeführt. An der “Chinese Agricultural University ” (CAU) in Beijing kommt es zwischen diesen beiden großen Studierendengruppen gelegentlich zu Missverständnissen und Konflikten. Die „Hauptwege und Nebenwege“ von Paul Klee ließen in den Gruppensitzungen ganz unterschiedliche Wahrnehmungsstile erkennen. Blickten chinesische Jugendliche in dem Gemälde sehnsüchtig zurück auf die Felder und Flüsse ihrer Kindheit, so entdeckten die nigerianischen Gaststudierenden auf dem Bild eher Wege und Leitern zum persönlichen und beruflichen Erfolg. Mit den völlig abweichenden Wahrnehmungen konnte für die Gleichberechtigung der Ansichten und für den nötigen Austausch über scheinbar selbstverständliche Ansichten der Wirklichkeit im Kleinen und Großen geworben werden.