Begleitung in persönlichen Veränderungsprozessen 

  Die Brücke von Langlois in Arles mit Dame mit Regenschirm, Vincent van Gogh, Wallraf-Richartz-Museum

Menschen können lebensgeschichtlich an einen Punkt geraten, sich selbst neu erfinden zu müssen. Das betrifft durchaus nicht nur ihr Selbstbild, es trifft ihre ganze Lebenswelt, die Familie und Freunde, Arbeit und Freizeit. In lebenskritischen Situationen ist es gut, sich mit geschulten Fachkräften darauf zu besinnen, was zurückzulassen und was mitzunehmen, was zu verändern und neu dazu zu gewinnen ist. Dass Kunst zum tiefgründigen Partner für Veränderungen werden kann, erfahren schwer erkrankte Kinder, Strafgefangene, Manager am Rande des Burn-Out, Patienten von palliativen Stationen wie auch Klienten in einem psychotherapeutischen Orientierungsprozess. Unter fachkundiger Begleitung setzen Kunstwerke Reflexionsprozesse in Gang, die den Wandel der Verhältnisse als gewählte und wenigstens zum Teil auch selbst bestimmbare Lebensgeschichte verfügbar machen.   
  
Alltagstest am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité in Berlin 
Am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité Universitätsmedizin Berlin werden Patienten begleitet, die im Entscheidungsprozess einer Geschlechtsumwandlung stehen. Im Rahmen eines „Alltagstests“ initiiert die Kunstbetrachtung die Auseinandersetzung mit der eigenen Übergangssituation, die sich in Vincent van Goghs Darstellung der „Brücke von Arles“ in der sommerlich-friedlichen, zugleich fragilen Überquerung des Flusses durch eine geheimnisvoll angedeutete Person symbolisiert: Wird sie zögern? Wird sie weitergehen? Das Ufer erreichen? Oder steht sie am Abgrund und muss befürchten den Boden unter den Füßen zu verlieren?